Egal welchen Namen man den Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit gibt – ob Social Media, Web 2.0, Mitmach-Web oder ganz aktuell Generation Upload – das Thema beschäftigt die Werbebranche und Marketer auch hierzulande.
Passend dazu gibt es zwei aktuelle österreichische Studien zur Nutzung von Social Media:
- Social Media Studie: Nutzung von Web 2.0 Plattformen durchgeführt von marketagent.com
- Kommunikation 2.0 – Studie zur Nutzung von Social Media im Auftrag von ambuzzador
Die Studie von marketagent befragte 584 “web-aktive Personen aus Österreich zwischen 14 und 39 Jahren”. Bei ambuzzador war die Zielgruppe mit 20-49 Jahren etwas älter und enger definiert: 247 “User von Online-Foren und Social Communities” aus Wien und NÖ.
Die bekanntesten Plattformen lt. beiden Studien sind Facebook und YouTube. Bei der ambuzzador-Studie folgen Xing und Twitter (vermutlich aufgrund der älteren Zielgruppe), bei marketagent sind es MySpace und Studi/Schüler/MeinVZ (dann erst folgen Twitter und Xing).
Mehr als die Hälfte der Befragten (55,6%) (marketagent-Studie) nützt Social Media Plattformen mehrmals pro Woche oder sogar täglich. Die treuesten User haben die Plattformen Facebook und Studi/Schüler/MeinVZ.
Die Hauptmotive für Teilnahme an Social Plattformen sind immer noch das Pflegen und Knüpfen von Kontakten zu Freunden und Bekannten. Die Befragten in der ambuzzador-Studie gaben bereits an zweiter Stelle das Motiv “um Know-How bzw. Wissen und Kenntnissen aufzubauen” an und an vierter Stelle (nach Zeitvertreib) die Suche nach “Vorab-Informationen bei Kaufentscheidungen”.
Empfehlungen von Freunden sind immer wichtig – offline meist noch mehr als online. 32% der Befragten sind jedoch Empfehlungen auf Social Media Plattformen “sehr bzw. wichtig”. 39% der Befragten ist auch bereits ein Engagement von Unternehmen auf Social Media Websites aufgefallen. 25% bewerten das Engagement als “sehr bzw. eher positiv”. 15% der Befragten sind sogar schon über eine Social Media Plattform mit dem Unternehmen in Kotakt getreten.
Wie sehen die österreichischen Userzahlen aus?
Facebook hat bereits an die 750.000 österreichische User, das sind fast 10% der Gesamtbevölkerung (Nicht-Facebook-offizelle Quelle: http://www.checkfacebook.com/).
Laut Alexa ist YouTube die drittgrößte und Facebook die viertgrößte Seite in Österreich nach google.at und google.com und noch vor orf.at. Auch Google Trends zeigt, dass Facebook in Österreich auf orf.at aufholt (wenig überraschend weist Google keinerlei Zahlen für google.at, google.com und youtube.com aus).
Der Google AdPlanner weist für Facebook 1,5 mio Unique Visitors aus und eine durchschnittliche Verweildauer von über 18 min, für orf.at 1,6 mio. Unique Visitor mit einer durschschnittlichen Verweildauer von über 9 min.
MySpace liegt laut Alexa auf Platz 14 der Top österreichischen Sites. Der Google AdPlanner zählt 620.000 Unique Visitor und ein Verweildauer von 20 min.
Weit abgeschlagen die Google AdPlanner-Zahlen von Xing: 240.000 Unique Visitor und über 8 min durchschnittliche Verweildauer (Alexa Rang in Österreich: 34).
Twitter – als Seite mit den größten weltweiten Zuwachsraten – liegt laut Alexa bereits auf Rang 19 in Österreich. Laut Google AdPlanner hat Twitter rund 240.000 Unique Visitor mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 10 min.
Persönlich glaube ich nicht, dass Social Media die “klassische” (Oline-)Werbung verdrängen oder ablösen wird, es eröffnet sich jedoch ein weiterer Kanal der Kundenkommunikation. Unternehmen sind daher gefragt umzudenken.
Eingebettet in eine sinnvolle Strategie eignen sich Social Media Plattformen einerseits dazu, die Reichweite einer Botschaft exponentiell zu vergrößern (Twitter bringt uns bereits mehr Traffic auf diesen Blog als Google) und andererseits um durch die eigene Präsenz schnell und direkt auf auftretende Probleme/Beschwerden zu reagieren.
Über kurz oder lang werden auch österreichische User eine Präsenz von Unternehmen in Sozialen Netzwerken voraussetzen. Die Sozialen Netzwerke werden zu einer neuen Art der Kommunikation und ersetzen immer häufiger das Telefonbuch oder auch eine schnelle Email. Spätestens wenn ein User ein Problem/eine Beschwerde hat, so wird er seinen Unmut darüber auch in Social Networks äußern. Im besten Fall ist das Unternehmen dann direkt zur Stelle.
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